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Hybrid

Kia hofft auf Fortführung der Kaufprämie für PHEVs

Kia-Deutschlandchef Thomas Djuren. Foto: Roschki/Kia

Der Kia Sportage wird erstmals auch als Plug-in-Hybrid angeboten. Ein Exemplar noch in diesem Jahr und damit die Kaufprämie zu bekommen, ist indes nicht einfach.

Schließlich soll die Kaufprämie für Plug-in-Hybride nach Plänen der Bundesregierung Ende des Jahres auslaufen. Kunden, die bis dahin ihr Fahrzeug noch nicht zugelassen haben, kommen dann nicht mehr in den Genuss der Förderung von 6750 Euro für Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis bis 40.000 Euro.

„Wir hoffen natürlich, dass es im Interesse unserer Kundschaft nicht zu einer Streichung der Prämie kommen wird“, sagt Kia-Deutschlandchef Thomas Djuren am Freitag bei der Vorstellung des Kia Sportage PHEV im Gespräch mit der Autogazette.

Förderung an elektrischen Fahranteil knüpfen

Dass die Bundesregierung die Technologie nicht wie bisher weiter finanziell fördern will, kann Djuren unter ökologischen Aspekten durchaus verstehen. Schließlich mache ein Plug-in-Hybrid nur dann Sinn, wenn er auch regelmäßig geladen wird. Seine ökologischen Vorteile gegenüber einem reinen Verbrenner kann ein PHEV nur dann ausspielen, wenn er auch elektrisch gefahren wird. Doch insbesondere Fahrer eines Dienstwagens tun sich damit schwer, ihr Fahrzeug regelmäßig an die Ladestation zu hängen.

Deshalb hätte sich Djuren gewünscht, dass die neue Bundesregierung die bereits seit geraumer Zeit diskutierte Idee umsetzt, die Förderung von Plug-in-Hybriden von einem elektrischen Fahranteil von mindestens 50 Prozent abhängig zu machen. Dass es dazu nun wohl nicht kommt, sei bedauerlich, sagt Djuren. Der Kia-Deutschlandchef hofft indes darauf, dass hierzu noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.

PHEV als Einstieg in die E-Mobilität

Schließlich sei die PHEV-Technologie nach wie vor wichtig, weil sie für viele Kundinnen und Kunden als Einstieg in die E-Mobilität dient. Mit ihr können Berührungsängste abgebaut werden, die Kunden lernen, wie sich elektrischen Fahren anfühlt.

Auch bei Kia hat die Prämie dazu beigetragen, den Absatz der Teilzeitstromer zu befördern. Dass diese Technologie bei den Kunden ankommt, zeigen allein die Vorbestellungen für den Kia Sportage, der erstmals auch als Plug-in-Hybrid angeboten ist. Seit Öffnung der Orderbücher im Dezember des vergangenen Jahres liegen Kia eine mittlere fünfstellige Zahl an Bestellungen für das elektrifizierte SUV vor, davon entfallen rund 1000 auf die Händler des koreanischen Importeurs. Mit einer rein elektrischen Reichweite von 70 Kilometer bietet der Sportage eine elektrische Reichweite, die für die täglichen Strecken mehr als ausreicht – entsprechend beliebt ist das SUV bei den Kundinnen und Kunden.

Sportage faktisch ausverkauft

Angesichts der Chipkrise und der Teileprobleme wegen des Ukraine-Krieges stehen die Chancen indes schlecht, überhaupt noch einen Sportage PHEV vor Auslaufen der Kaufprämie Ende des Jahres zu bekommen. Für dieses Jahr ist er faktisch ausverkauft.

Die einzige Chance, überhaupt einen Sportage mit etwas Glück zu bekommen, besteht über ein vom Händler bereits vorkonfiguriertes Fahrzeug. Wer indes Extrawünsche hat, der muss sich bis kommendes Jahre gedulden – und auf die Prämie verzichten. Vor dem Hintergrund der Lieferschwierigkeiten spricht sich Djuren, wie zuletzt auch Opel-Deutschlandchef Andreas Marx, dafür aus, das Datum des Kaufvertrages und nicht das der Zulassung als Grundlage für den Erhalt der Kaufprämie zu machen. „Die Kunden sollten nicht zu den Leidtragenden der derzeitigen Lieferschwierigkeiten gehören.“

Wie Djuren sagt, stehen Kia in diesem Jahr insgesamt 15.000 bis 16.000 Steckerfahrzeuge (Elektro und Plug-in-Hybride) zur Verfügung. Und die Nachfrage nach diesen Fahrzeuge ist nicht zuletzt wegen der Kaufprämie groß. Über 30 Prozent des Absatzes entfiel allein im ersten Quartal auf diese Modelle. Bei den reinen E-Autos hat Kia derzeit mit dem EV6, dem Niro und dem Soul drei Modelle im Angebot, wobei derzeit noch  der Niro das beliebteste batterie-elektrische Fahrzeug im Angebot ist. Doch Djuren erwartet, dass der EV6 den Niro als beliebtestes E-Auto verdrängen wird.

Djuren zeigt sich für Restjahr optimistisch

Dass die Novellierung der Kaufprämie den Markthochlauf der E-Mobilität ausbremst, glaubt der Kia-Chef nicht. Dafür würde allein schon das Programm „FitFor55“ der EU sorgen. Es sieht bis 2035 ein faktische Verbrennerverbot vor. Darauf stellt man sich auch bei Kia ein und erwartet ab 2025 einen Anteil von über 60 Prozent an reinen Elektroautos am Absatz.

Trotz Chipkrise und Teilemangel zeigt sich Djuren für das Restjahr zuversichtlich. Kein Wunder, denn im ersten Quartal konnte Kia mit 16.306 Neuzulassungen einen Zuwachs von fast 26 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielen. „Auch für das Restjahr bin ich optimistisch“, sagt Djuren. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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