Mobilität

Autokauf: Umweltfreundlichkeit ja, Elektroauto nein

Für viele Autokäufer ist die Reichweite von Elektroautos noch zu gering. Foto: Bosch
Ein Elektroauto an einer Ladestation. Noch halten viele Autokäufer die Reichweite von Elektroautos für zu gering. Foto: Bosch

Umweltfreundlichkeit ist für ein Drittel der Autofahrer wichtig. Doch beim Autokauf würden sich nur wenige Kunden für ein Elektroauto entscheiden.

Wie aus einer aktuellen Umfrage der Bank of Scotland hervorgeht, halten 32,6 Prozent der Befragten einen geringen Emissionsausstoß für sehr wichtig. Für 47,3 Prozent ist eine möglichst kleine Umweltbelastung durch Abgase eher wichtig. Für 1,8 Prozent der Autokäufer spielt der Umweltfaktor beim Erwerb eines neuen Fahrzeuges keine Rolle.

Trotz des Umstandes, dass die deutschen Autofahrer einer geringen Schadstoffemission viel Bedeutung beimessen, ist ihre Bereitschaft eher gering, von schadstoffreichen Kraftstoffen auf schadstoffarme oder -freie umzusteigen.

Elektroauto beim Autokauf uninteressant

So gaben gerade einmal 4,1 Prozent der Befragten an, dass ihr nächstes Fahrzeug voraussichtlich elektrisch betrieben sein wird. Immerhin 13,5 Prozent ziehen es in Erwägung, ein Hybridauto zu erwerben. Das Gros der Autokäufer würde sich indes wieder für einen Verbrenner entscheiden: 51,3 Prozent würden sich einen Benziner kaufen, 16,7 Prozent einen Diesel.

Das der Dieselanteil so gering ausfällt, dürfte auch mit der derzeitigen Diskussion um Fahrverbote zusammen hängen. Für ein Fahrzeug mit Dieselmotor würden sich insbesondere jüngere Kunden entscheiden: das trifft auf 30,2 Prozent der 18-29-Jährigen zu. Ein Fünftel (20,3 Prozent) der 60-65-Jährigen halten den Hybrid für eine gute Alternative. Gerade in dieser Altersgruppe halten 82,2 Prozent die Umweltfreundlichkeit für wichtig beziehungsweise eher wichtig .

Geringe Reichweite Grund für geringes Interesse

Dass die Autokäufer in einem derart geringen Maße an Elektroautos interessiert sind, liegt vor allem an der geringen Reichweite (75,4 Prozent). Daneben wurden noch die schlechte Ladeinfrastruktur (69,6 Prozent) sowie die als zu hoch empfundenen Anschaffungskosten (61,8 Prozent) genannt. Im Rahmen der repräsentativen Umfrage des „Auto und Kredit Navigator 2017“ wurden 1000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren im Besitz eines Führerscheins befragt.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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