Mobilität

TomTom: Berlin ist Deutschlands Stauhauptstadt

U-Bahn in Berlin. Foto: Mertens
In Berlin ist man im Idealfall mit dem ÖPNV unterwegs. Foto: Mertens

Die Corona-Pandemie hat die Verkehrsbelastung in den Städten reduziert. Das ist das Ergebnis des TomTom Trafic-Index.

Laut den präsentierten Daten des Kartenspezialisten TomTom ist in den weltweit 416 Städten dabei das Stauniveau und der damit einhergehende Zeitverlust in 387 Städten während der Hauptverkehrszeiten deutlich zurückgegangen. Der Rückgang liegt bei durchschnittlich 28 Prozent. Der Trend einer zunehmenden Verkehrsbelastung ist damit erstmals zurückgegangen. Zuletzt war das Stauniveau neun Mal in Folge gestiegen.

„Im Jahr 2020 sehen wir ein völlig anderes Bild. Durch Lockdowns bis hin zu geschlossenen Grenzen hat sich die Mobilität der Menschen grundlegend verändert – und zwar sehr schnell“, sagte Ralf-Peter Schäfer, Vizepräsident Traffic und Travel Information bei TomTom.

Belastung in Berlin am größten

In Deutschland hat TomTom 26 Städte genauer untersucht – und auch hier ist die Verkehrsbelastung und der Zeitverlust in allen Städten zurückgegangen. Von Stadt zu Stadt ergeben sich indes teils deutliche Unterschiede. So liegt der Rückgang der Belastung in Berlin im Vergleich zu 2019 nur bei 2 Prozent. Die Hauptstadt führt die Liste der belasteten deutsche Städte mit einem Stauniveau von 30 Prozent (um diese Prozentzahl verlängert sich die Fahrt) vor Hamburg an, wo sich der Rückgang schon auf fünf Prozent beläuft. Die auf dem dritten Platz rangierende Stadt Wiesbaden kann sich über einen Rückgang von sechs Prozent freuen.

Wie aus der Analyse von TomTom hervorgeht, konnten die größten Veränderungen des Stauniveaus während des Berufsverkehrs am Morgen und am Abend verzeichnet werden. Gerade während des Lockdowns ging die Belastung durch den Verkehr zurück. In den Zeiträumen März, April und Mai sowie im November und Dezember lag das Stau-Niveau überall unter dem Wert aus 2019.

 Keine Trendwende in Sicht

Für die TomTom-Verkehrsexperten stellt dieser Rückgang des Stauniveaus indes keine Trendwende dar. „Wir werden in den nächsten Monaten erleben, dass das Verkehrsaufkommen wieder zunehmen wird. Menschen werden wieder in die Arbeit fahren und zu alten Routinen zurückkehren“, so Schäfer weiter. „Deshalb ist genau jetzt die richtige Zeit für Stadtplaner, politische Entscheidungsträger und Arbeitgeber eine Bestandsaufnahme zu machen, welche Maßnahmen sie ergreifen werden, um die Straßen in Zukunft zu entlasten.“

Die Verkehrsbelastung könne nur dann niedrig bleiben, wenn es zu einer zielgerichteten und bewussten Änderung des Fahrverhaltens komme. Diese müsste aber von den politischen Entscheidungsträgern und Arbeitgebern unterstützt werden. „Ein Ende der Rushhour durch flexible Arbeitszeiten, Home Office und eine smarte Nutzung von Verkehrsdaten, um die besten Reisezeiten zu ermitteln, erscheint aber durchaus möglich“, so der Kartenspezialist. Für die Ermittlung des Stauniveaus hat TomTom die Verkehrsdaten von über 600 Millionen vernetzter Geräte ausgewertet.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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