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Mobilität

Reifenabrieb: 120 Gramm pro 1000 Kilometer Fahrleistung

Der Hersteller Michelin schnitt beim ADAC-Test zum Reifenabrieb gut ab. Foto: Michelin

Der ADAC hat den Abrien von Autoreifen getestet – und fordert die Reifenhersteller dazu auf, mehr auf die Nachhaltigkeit zu achten.
Der Reifenabrieb stellt ein Problem für die Umwelt dar. Er ist für den Feinstaub in den Städten mitverantwortlich. Der ADAC hat nun Sommer- und Winterreifen untersucht, wieviel Mikroplastik sie freisetzen.

Nach aktuellen Studien werden in Deutschland jährlich 120.000 Tonnen Reifenabrieb erzeugt, europaweit sind es rund 500.000 Tonnen. Welche Reifen für wenig Reifenabrieb sorgen und damit für eine geringere Feinstaubbelastung und Luftverschmutzung in den Städten beitragen, hat der ADAC untersucht. Dazu hat der Automobilclub seine Reifentests aus den vergangenen Jahren verglichen und die Ergebnisse der Reifenverschleißmessungen ausgewertet. Danach liegt der Reifenabrieb im Durchschnitt bei knapp 120 Gramm pro 1000 Kilometer bei einem Fahrzeug. Insgesamt wurden von den ADAC-Testern die Abriebsdaten von knapp 100 Modellen verschiedener Reifendimensionen ausgewertet.

Ein Hersteller sticht positiv hervor

Wie die Tester feststellten, gibt es in jeder Dimension Reifen, die bei wenig Reifenabrieb gleichzeitig sichere Fahreigenschaften bieten. Den Testern fiel dabei insbesondere die Marke Michelin positiv auf. Die Reifen dieser Marke überzeugten laut ADAC in fast jeder getesteten Reifendimension. Sie weisen einen sehr geringen Reifenabrieb von durchschnittlich nur 90 g/1000 km auf.
Daneben – und das ist bei Reifen ja besonders relevant – schneidet Michelin in den sicherheitsrelevanten Kriterien gut ab. Besonders geringe Abriebswerte weist der „Cross Climate+“ auf.

In der für Kleinwagen passenden Reifengröße 185/65 R15 stellten die Tester einen Abrieb von lediglich 58 g/1000 km fest. Nicht überzeugen konnten indes andere Premiumhersteller: am unteren Ende der Herstellerauswertung landeten Pirelli, Bridgestone und Continental. Ihnen attestierten die Tester in Sachen Reifenabrieb „deutlichen Nachholbedarf“. So belegt Pirelli mit durchschnittlich 134 g/1000 km zusammen mit Nokian den letzten Platz. Unter den Modellen schneidet der „Blizzak LM005“ von Bridgestone in der Dimension 195/65 R15 für Kompaktfahrzeuge und Vans besonders schlecht ab. Pro 1000 Kilometer produziert er 171 Gramm an Reifenabrieb. Sie gelangen ungefiltert in die Umwelt.

Mehr Nachhaltigkeit im Blick haben

Für den ADAC ist es dank modernster Reifentechnologie möglich, den Zielkonflikt zwischen geringem Abrieb und sicheren Fahreigenschaften weitgehend aufzulösen. Allerdings sei dies bei besonders sportlichen Reifen nicht möglich. So wurde in der Sommerreifengröße 225/40 R18 bei allen untersuchten Modellen ein überdurchschnittlich hoher Reifenabrieb von bis zu 160 Gramm festgestellt. Daneben sei der Nutzen solcher Reifen zweifelhaft, so der ADAC.

„Denn solch sportliche Reifen überzeugen zwar in der Regel auf trockener Fahrbahn mit einer überdurchschnittlich hohen Reifenperformance. Bei Nässe müssen aber bei vielen Sport-Reifen Nachteile in Kauf genommen werden.“ Deshalb sei „der Trend in Richtung immer größerer und sportlicherer Reifendimensionen insbesondere unter Nachhaltigkeitsaspekten nicht sinnvoll“, so der Leiter des ADAC Technik-Zentrums, Reinhard Kolke. Er forderte deshalb Teile der Hersteller auf, zum Umdenken auf. Sie sollten die Nachhaltigkeit von Reifen stärker in den Vordergrund stellen.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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