Mobilität

Greenpeace hält emissionsfreien Verkehr 2035 für möglich

Ein gestärkter Nahverkehr ist für Greenpeace ein Meilenstein der Verkehrswende. Foto: Daimler
Die Studie von Greenpeace sieht eine bessere Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs vor. Foto: Daimler

Greenpeace hat laut einer in Auftrag gegebenen Studie eine mögliche Zukunft der Mobilität aufgezeichnet.

Die vom Wuppertal Institut erstellte Studie «Verkehrswende für Deutschland – Der Weg zu CO2-freier Mobilität bis 2035» basiert auf der Basis des Pariser Klimaschutzabkommens. Das Abkommen sieht vor , die Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius einzugrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht die Studie den Verzicht auf neue Verbrennungsmotoren ab dem Jahr 2025 vor, die bloße Umstellung auf Elektroautos reiche nicht aus.

«Seit Jahrzehnten versagt die Verkehrspolitik dabei, den Ausstoß von Schadstoffen zu senken», sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. «Die Folge sind alarmierend schlechte Luft in Städten und eine verheerende Klimabilanz. Nur wenn die Bundesregierung heute ein Datum für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor beschließt, wird der Verkehrssektor morgen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.»

Acht Punkte für Greenpeace

Insgesamt acht Punkte listet die Studie auf, um die Verkehrswende in Deutschland zu erreichen. Eine wichtige Rolle fällt dabei dem öffentlichen Nahverkehr zu, dessen Netz ausgebaut wird. Zudem soll sich die Zahl der Pkw mehr als halbierent, während sich die Anzahl der Fahrräder verdoppelt. Die Bikes werden dabei ebenso wie Autos in spezielle Sharing-Systeme eingegliedert.

Derzeit kommen 548 Fahrzeuge auf 1000 Einwohner, der Studie nach sollen es 2035 nur noch 200 Pkw sein, der Rest steht im Sharing-System zur Verfügung. Die Sharing-Systeme dürften dabei nicht auf die Städte beschränkt bleiben, sondern müssten auch im ländlichen Raum nutzbar sein. Die dann benutzten Fahrzeuge sind zu 98 Prozent Elektroautos, die ihren Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen.

Gütertransport auf Schiene verdoppelt sich

Der Gütertransport soll soweit wie möglich auf die Schiene verlegt werden. Damit steigt die Kapazität von 116,6 Milliarden Kilometern im Jahre 2015 auf 228,5 Milliarden an. Das entspricht fast einer Verdoppelung des Anteils von derzeit 18,5 auf 32,2 Prozent entspricht. Der Güterfernverkehr auf der Straße soll bis zu 80 Prozent über Oberleitungen elektrisch funktionieren. Für die restlichen 20 Prozent stehen klimaverträgliche synthetische Kraftstoffe zur Verfügung.

Zudem geht die Studie davon aus, dass Vernetzung und Digitalisierung dazu führen, dass die Wege kürzer werden. Dadurch werden sich Stau, Lärm und Unfälle deutlich reduzieren. Eine verdichtete Raumstruktur in den Innenstädten verbunden mit kürzeren Wegen sorgt ohne Emissionen für eine verbesserte Lebensqualität.

Über den Autor

Thomas Flehmer

Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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