Elektro Mobilität

VDIK: Klimafreundliche Mobilität muss bezahlbar bleiben

Der Volvo C40 und der XC40 hängen am Ladekabel. Foto: Volvo

Die Kürzung der Kaufprämie für Elektroautos und der Wegfall der Förderung für Plug-in-Hybride kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, kritisiert der VDIK. Nachhaltige Mobilität müsse bezahhlbar bleiben, mahnen die Autoimporteure.

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) reagiert damit auf die Neuregelung der Förderung für elektrifizierte Fahrzeuge. So fällt Ende des Jahres die Förderung für Plug-in-Hybride komplett weg und der staatliche Zuschuss für Elektroautos sinkt für Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro um 1500 Euro auf 4500 Euro.

Für teurere Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von 65.000 Euro gibt es nur noch 3000 Euro statt 5000 Euro. Ab 2024 sinkt die Prämie dann weiter. Zudem besteht nur ein begrenzter Fördertopf bis zum Jahr 2025.

E-Autos werden unattraktiver

„Das neue Jahr konfrontiert die Kunden in Deutschland mit höheren Kosten für klimafreundliche Autos. Durch die stark steigenden Strompreise wird der Betrieb von Elektrofahrzeugen deutlich teurer. Hier hat es die Bundesregierung leider versäumt gegenzusteuern, Ladestrom für neue E-Autos wurde bei der Verabschiedung der Strompreisbremse nicht berücksichtigt“, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel. Wie er hinzufügte, käme die Kürzung der staatlichen Kaufförderung „zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Bei steigenden Strompreisen und sinkender Förderung drohen E-Fahrzeuge unterm Strich unattraktiver zu werden. Damit wachsen die Risiken für den weiteren Erfolg der Elektromobilität 2023 erheblich“, so der VDIK-Chef weiter.

Für den VDIK müssten Industrie und Politik gemeinsam dafür sorgen, dass „Mobilität auch im Zeitalter der alternativen Antriebe bezahlbar bleibt. Die Bundesregierung sollte das kommende Jahr nutzen, um die finanziellen Rahmenbedingungen der alternativen Antriebe neu auszutarieren“.

Abgasnorm Euro 7 sorgt für Herausforderungen

Der Importeurs-Verband sorgt sich angesichts der Pläne für die neue Abgasnorm Euro 7 darum, das kleine und mittlere Fahrzeuge mit sparsamen Benzin- oder Dieselmotoren durch eine aus ihrer Sicht übertriebene Förderung aus dem Markt gedrängt würden. Die neue Regelungen würden nach Auffassung des VDIK die Hersteller zu neuen umfangreichen Investitionen in diese Technologie zwingen, damit die schärferen Abgasregeln erfüllt werden. „Das ist kontraproduktiv und kann dazu führen, dass die Produktion von sehr sparsamen kleinen Verbrenner-Fahrzeugen zu teuer wird. Menschen, die mit solchen Fahrzeugen ihre Alltagsmobilität kosten- und emissionseffizient organisieren, wären dann die Leitragenden“, so Zirpel.

Der VDIK erwartet für 2023 einen leicht erholten Automarkt. Von 2,75 Millionen Neuzulassungen. Das entspricht einem Zuwachs von 6 Prozent gegenüber diesem Jahr. Nach dem Wegfall der Förderung für Plug-in-Hybride erwartet der VDIK einen Rückgang von zwölf Prozent auf 290.000 Fahrzeuge mit dieser Antriebstechnologie. Bei den reinen E-Autos wird indes ein Plus um 22 Prozent auf 500.000 Einheiten erwartet.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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