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Autonomes Fahren

Intel berechnet Schuldfrage bei Unfällen mit autonomen Autos

Intel setzt Parameter zur Berechnung der Schuldfrage. Foto: BMW
Intel errechnet die Schuldfrage bei Unfällen mit autonomen Autos. Foto: BMW

Die Schuldfrage bei Unfällen mit autonomen Fahrzeugen ist eine der großen Hürden auf dem Weg zum autonomen Fahren. Intel und Mobileye haben eine Formel zur Klärung entwickelt.

Im Rahmen des World Knowledge Forums in Seoul hat Mobileye-Chef Amnon Shashua das „Responsibility Sensitive Safety Modell“ (RSS) vorgestellt. Das Modell basiert auf einer akademischen Studie.

Intel simuliert diverse Verkehrssituationen

Dabei simuliert die Studie verschiedene Verkehrssituationen und verteilt dabei bestimmte messbare Parameter. So wird zum Beispiel ein sicherer Zustand definiert, in dem das autonom fahrende Auto keinen Unfall verursachen kann. Die beiden Unternehmen gehen davon aus, dass ohne messbare Parameter das Potenzial von autonom fahrenden Autos nie zu einem Massenmarkt aufsteigen kann. Intel und Mobileye haben deshalb bereits mit BMW begonnen, die errechneten Konzepte zu „erproben“.

Dabei werden Autobahnfahrten mit bestimmten Abständen zugeordnet und mit einer sicheren Distanz-Formel (Safe Distance Formula) versehen. Aber auch Schneidemanöver anderer Fahrzeuge, die mit wenig Abstand die Spur wechseln, werden definiert. Aber auch versteckte Situationen im Stadtverkehr beispielsweise beim Abbiegen in eine uneinsehbare Straße berechnen die Spezialisten.

Studie als Grundlage für Verkehrsordnungen

Das Modell soll laut Shashua den Verkehrsordnungen und Versicherungen als eine Art Anleitung für neue Regeln beim gemeinsamen Verkehr mit selbstfahrenden Fahrzeugen und von Menschen gesteuerten Autos. „Wir benötigen neue Parameter für das autonome Fahren“, so Shashua weiter. „Das RSS könnte eindeutige Definitionen des Fehlverhaltens festlegen, die dann im Schadensfall die Verkehrsordnungen und auch die Versicherungspolicen nutzen können.“

Intel hatte Mobileye erst im März 2017 für 15,3 Milliarden Dollar übernommen. Gemeinsam mit der israelischen High-Tech-Kamerafirma will Intel zahlreiche autonom fahrende Testflotten in Amerika, Israel und Europa an den Start schicken. Diese starten dann schon in der Kategorie 4. Bisher hat Audi mit dem neuen A8 gerade einmal den Standard 3 erreicht, mit dem das Fahrzeug teilautonom unterwegs sein kann. Als letzte Stufe gilt der Standard fünf, bei dem das Auto fahrerlos auf den Straßen fährt.

Über den Autor

Thomas Flehmer

Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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