Mobilität

Mehrheit der Deutschen für Dieselfahrverbot

Der ADAC misst die Abgaswerte bei einem BMW. Foto: ADAC
Abgasmessung des ADAC bei einem Dieselfahrzeug von BMW. Foto: ADAC

Soll es Dieselfahrverbote geben? Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace spricht sich die Mehrheit der Deutschen dafür aus.

Wie aus der Umfrage von Greenpeace unter 1007 Befragten hervorgeht, sprachen sich 57 Prozent dafür aus, Dieselfahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß nicht mehr in Stadtteilen mit besonders schlechter Luft fahren zu lassen. 39 Prozent der Befragten waren gegen eine Dieselfahrverbot. Unterschiede gab es dabei zwischen Frauen und Männern. Während 63 Prozent der Frauen für ein Dieselfahrverbot waren, waren es bei den Männern nur 51 Prozent.

Nur geringe Unterschiede im Abstimmungsverhalten gab es mit Blick auf das Alter: Jeweils 59 Prozent der 30- bis 39-Jährigen und der 40- bis 49-Jährigen stimmten mit Ja, bei den 14- bis 29-Jährigen waren es 53 Prozent und bei den 50- bis 59-Jährigen 54 Prozent und bei den über 60-Jährigen 58 Prozent.

Vor allem Grünen-Wähler für Dieselfahrverbot

Von denen, die mit Ja stimmten, waren 56 Prozent berufstätig, bei den Nein-Sagern gingen 58 Prozent einem Beruf nach. Mit Blick auf ihre Parteizugehörigkeit neigen 68 Prozent der Ja-Sager der SPD zu. 30 Prozent der den Sozialdemokraten nahe stehenden Personen stimmten mit Nein. Bei CDU/CSU-nahe Befragten stimmten 64 Prozent mit Ja (29 Prozent mit Nein). Die meisten Befürworter eines Fahrverbotes gibt es bei den den Grünen nahestehenden Befragten: 76 stimmten mit Ja, 21 mit Nein. Bei Befragten mit der Neigung zur AFD sprachen sich nur zwölf Prozent für Fahrverbote aus, 82 Prozent waren dagegen. Bei den Linken waren 60 Prozent für Fahrverbote, 36 Prozent dagegen.

Am kommenden Mittwoch beraten Vertreter der Bundesregierung mit der Autoindustrie beim sogenannten Diesel-Gipfel über mögliche Fahrverbote. Zur Abwendung von Fahrverboten wird über ein Software-Update diskutiert. Nach Meinung von Experten reiche dies aber nicht aus, um in den belasteten Städten die Luftreinhaltung zu gewährleisten. Dafür bedürfe es einer Nachrüstlösung der Hardware. Doch dazu scheinen die Hersteller aus Kostengründen nicht bereit zu sein.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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