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VW: Neue Geschäftsmodelle dank Over-the-Air-Updates

VW bietet nun auch Software-Updates per Mobilfunk für den ID.3 und ID.4. Foto: VW

Volkswagen bietet für seine ID-Modelle nun auch Softwareupdates „Over-the-Air“ an. Damit schafft sich der Autobauer zugleich neue Geschäftsmodelle.

Wie Volkswagen am Montag mitteilte, beschleunige man mit diesem Schritt die Transformation hin zu einem softwareorientierten Mobilitätsanbieter. Nachdem „Over-the-Air-Updates“ bisher in einer Testphase nur den Mitgliedern des „First Movers Club“ zur Verfügung gestellt wurden, können nun alle Fahrer eines ID.-Modells von dieser Möglichkeit profitieren.

„Mit der vollflächigen Verfügbarkeit unserer Over-the-Air Updates unterstreichen wir nicht nur die Innovationskraft von Volkswagen, sondern schaffen jetzt auch die Grundlage für ein völlig neues, digitales Kundenerlebnis“, so VW-Markenchef Ralf Brandstätter. „Gleichzeitig legen wir damit das Fundament für neue digitale Geschäftsmodelle und erreichen so einen wichtigen Meilenstein unserer Accelerate Strategie“, fügte der Manager hinzu.

Neue Funktionen kommen ins Fahrzeug

Mit der neuen nun zum Einsatz kommenden Software 2.3 würde man neue Funktionen ins Fahrzeug bringen und bestehende optimieren. Zu einigen der neu hinzugekommenen Funktionen gehört beispielsweise das ID.Light. Dabei handelt es sich um eine Lichtleiste unter der Windschutzscheibe. Mit den neuen Funktionen ist sie nun auch in der Lage, der Fahrerin oder dem Fahrer Hinweise beim energiesparenden Fahren und beim Fahren mit der automatischen Distanzregelung zu geben. Zugleich wurde auch die Bildverarbeitung der Kamera verbessert, die nun auch Motorradfahrer und andere Verkehrsteilnehmer schneller erkennen soll.

Wie VW mitteilte, wolle man seine Kunden künftig etwa alle drei Monate mit kostenlosen Software-Updates versorgen. Damit sollen die Fahrzeuge stets auf dem neusten Stand gehalten werden. Mit der Möglichkeit der „Over-the-Air-Updates“ ermöglicht es sich VW zudem, neue Geschäftsmodelle zu schaffen. So können sich Kunden zukünftig Funktionen buchen, die sie nur temporär brauchen. Beispielsweise eine bessere Batterie-Performance oder automatisierte Fahrfunktionen. Mit solchen Diensten will VW in den kommenden Jahres „dreistellige Millionenumsätze erlösen“.
„Die neuen Updates sind eine zentrale Funktionalität des digitalen, vernetzten Autos. Für unsere Kunden werden sie rasch zur Normalität werden, so, wie sie es vom Smartphone kennen“, sagte VW-Entwicklungsvorstand Thomas Ulbrich. „Dank regelmäßiger Updates bleibt das Auto nicht nur up-to-date – es wird sogar immer besser.“ Die Software-Updates werden vom Autobauer mit Cariad entwickelt, der Software-Schmiede des Konzerns.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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