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Neue Abgasnorm stärkt Bedeutung der Elektromobilität

Der Renault Zoe Z.E. 40. Foto: Mertens
Der Renault Zoe Z.E. 40 bringt es auf eine Reichweite von offiziell 400 Kilometer. Foto: Mertens

Die neue Abgasnorm Euro 6d-Temp wird nach Auffassung von BearingPoint die Bedeutung der Elektromobilität stärken. Dadurch wachse der Druck auf die Hersteller.

Nach der seit dem 1. September geltenden Abgasnorm Euro 6c beziehungsweise Euro 6d-Temp wird das Emissionsverhalten der Fahrzeuge nicht nur nach dem neuen WLTP- sondern auch nach dem Real Driving-Emssion-Verfahren (RDE) geprüft. Es geht also um das realen Abgasverhalten der Fahrzeuge auf der Straße. Dadurch sollen realistischere Verbrauchswerte als mit dem bislang gültigen Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEF) ermittelt werden. „Damit gewinnt das Thema E-Mobilität verstärkt an Bedeutung“, stellen die Berater von BearingPoint fest.

Wie aus der aktuellen globalen Marktanalyse von BearingPoint hervorgeht, werden in China, den USA und Norwegen die meisten Elektroautos verkauft. Der Grund für die hohe Nachfrage nach Elektroautos in diesen Ländern sehen die Berater in den staatlichen Subventionen. „Mit deren Hilfe hat auch das Gesamtvolumen in Europa im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32 Prozent zugelegt“, so BearingPoint. Die Berater gehen davon aus, dass bis Ende des Jahres die Grenze von 300.000 Elektrofahrzeugen überschritten wird. „Dadurch wird deutlich, dass E-Autos derzeit vor allem mit dem richtigen Anreiz auf die Straße gebracht werden können.“

BearingPoint: Ladestationen für Kaufentscheidung wichtig

Daneben sei für die Kaufentscheidung eines E-Autos die Ladeinfrastruktur wichtig. Doch in diesem Bereich würden sich positive Tendenzen zeigen. So sei laut der Studie die Zahl der Ladestationen von 3200 im Jahr 2010 auf fast 120.000 in 2017 gestiegen.

Mit Blick auf Deutschland konstatieren die Berater Nachholbedarf bei der E-Mobilität. Zwar gehöre Deutschland hinter China, den USA und Japan zu den führenden Herstellern von Elektroautos, doch auf den Straßen sieht man sie kaum. Das zeigt der Blick auf den Marktanteil von Elektro- beziehungsweise Hybrid-Autos. Während er in Norwegen bei knapp 30 Prozent liegt, sind es in Japan 21 Prozent, Island 9 Prozent und den USA 4,5 Prozent. Immerhin konnte Deutschland im Juli und August nach Norwegen seinen Absatz bei den Plug-in-Hybriden im Vergleich zum Vorjahrverdoppeln. Nach Norwegen ist man damit zweitgrößter Markt für diese Antriebsart.

Warten auf Auswirkungen der Abgasnorm

„Die deutschen Autohersteller können eine Steigerung ihres Elektromobilitätsgeschäftes verzeichnen. Das ist ein gutes Signal. Dennoch wird in unserer Analyse deutlich: Im internationalen und auch europäischen Vergleich müssen wir in Bezug auf den Marktanteil bei Elektrofahrzeugen noch einiges aufholen, um zum Beispiel mit Spitzenreitern wie Norwegen Schritt halten zu können“, sagte Matthias Loebich, Leiter Automotive bei BearingPoint. Nun bleibt abzuwarten, inwieweit durch die strengere Abgasnorm auch wirklich eine Stärkung der E-Mobilität erreicht wird.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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