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Autonomes Fahren

Optimale Sicherheit durch 3D-Kamerasystem von ZF

ZF entwickelt ein 3D-Beobachtungssystem für den Innenraum. Foto: ZF

Damit Sicherheitssysteme optimal funktionieren, muss man wissen, wie und wo Personen im Fahrzeug genau sitzen. Der Zulieferer ZF entwickelt dafür ein 3D-Beobachtungssystem für Fahrzeuginnenräume.

Das ZF-System soll Fahrzeuginsassen dreidimensional erkennen und klassifizieren, wie der Zulieferer am Firmensitz in Friedrichshafen mitteilte. Dazu gehört, dass das System Größe, Lage und Position der Insassen im Fahrzeug erkennt.

Zudem soll es feststellen, ob der Fahrer das Lenkrad selbst in der Hand hält oder zumindest die autonomen Fahrfunktionen überprüft. Aufgrund des Trends zu erweiterter Sicherheit und automatisierten Fahrzeugen würde das Interesse an Kameratechnologie für das Fahrzeuginnere steigen, wie ZF erklärte. Bereits heute würden im Sitz installierte Sensoren dafür verwendet, um zu bestimmen, ob und mit welcher Kraft Airbag und Gurtstraffer eingesetzt werden sollten.

ZF-System sammelt Informationen in Echtzeit

Das nun von ZF in der Entwicklung befindliche 3D-Beobachtungssystem kann diese Informationen in Echtzeit um die Größe, Position und Haltung der Insassen ergänzen. Dazu gehört auch die Erkennung abweichender Sitzpositionen wie beispielsweise der Liegeposition, die es in autonom fahrenden Fahrzeugen geben wird.

Mit diesen gesammelten Informationen kann das Energiemanagement der Sicherheitssysteme vor oder während eines Aufpralls individuell auf die Insassen abgestimmt werden. „Die 3D-Kamera kann zusätzliche Information liefern, ob ein Insasse oder Gegenstand sich in einer bestimmten Position befindet, und kann so bei der Entscheidung helfen, ob bei einem drohenden Aufprall des Fahrzeugs adaptive Sicherheitsfunktionen für Insassen eingesetzt werden müssen und wenn ja, welche“, so ZF.

„Die Entwicklung unseres 3D-Beobachtungssystems für den Innenraum führt zu verbesserter Sicherheit und erhöhtem Bedienkomfort. Darüber hinaus unterstützt es die Entwicklung hin zu automatisierten Fahrzeugen“, sagte Norbert Kagerer, bei ZF Leiter der Division Passive Sicherheitstechnik.

Überwachung des Innenraums

Wie der Zulieferer sagte, könne die Insassensensorik aber auch zur Überwachung des Innenraums genutzt werden, wenn beispielsweise kleine Kinder kurzzeitig im Fahrzeug allein gelassen werden. Sollte es zu Notfällen kommen, kann das Beobachtungssystem so konfiguriert werden, dass es die Anwesenheit eines Kindes erkennt und im Fall der Fälle ein automatischer Anruf ans Mobiltelefon des Fahrzeuginhabers erfolgt.

Das System ist beispielsweise auch in der Lage, auf eine zu hohe Innenraumtemperatur im Fahrzeug zu reagieren. So kann sie durch ein automatisches Öffnen der elektrischen Fenster oder des Schiebedaches abgesenkt werden. Es ist aber auch möglich, die Hupe oder die Warnblinkanlage auszulösen. Das Beobachtungssystem für den Innenraum soll wohl Ende 2021 serienreif sein.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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