Mobilität

Aral-Studie: Ottomotor steigt in der Gunst der Autofahrer

Die deutschen Autofahrer sind laut der Aral-Studie in Kauflaune. Foto: Aral
Die Akzeptanz für Diesel nimmt laut der Aral-Studie ab. Foto: Aral

Deutschlands Autofahrer sind laut der Aral-Studie in Kauflaune wie noch nie. Ein Diesel steht dabei nicht unbedingt auf der Liste.

In der alle zwei Jahre aufgestellten Studie wollen nur noch 18 Prozent einen Selbstzünder kaufen – nach 31 Prozent in der Vorgängerstudie. Dafür legte der Ottomotor auf 53 Prozent zu, zehn Prozent mehr als in der siebten Auflage der Studie, die erstmals 2003 erschien.

Unter den 1003 Befragten wuchs auch die Gunst des Hybridantriebs. Wollten vor vier Jahren nur sechs und vor zwei Jahren elf Prozent sich eine Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor zulegen, so sind es bei der achten Aral-Studie nun 15 Prozent.

Kaum Akzeptanz für Elektroauto

Lediglich fünf Prozent können sich die Anschaffung eines Elektroautos vorstellen, auch wenn sich mehr als jeder zweite Befragte mit dem Thema auseinandersetzt. Allerdings sind die Ansprüche an diesen Antrieb sehr hoch. Durchschnittlich werde eine Reichweite von 463 Kilometern erwartet, ehe es wieder an die Ladesäule geht. Der Ladevorgang an sich sollte dabei nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Parameter, die die heute verfügbaren Elektrofahrzeuge nicht befriedigen können.

Ähnlich sieht es beim autonomen Fahren aus. Zwar werden Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichen-Erkennung oder Abstandswarner goutiert, doch die Weiterentwicklung hin zum Fahren lassen, ruft Skepsis hervor. Lediglich 20 Prozent der Befragten können sich autonomes Fahren vorstellen. Vor zwei Jahren gaben noch 34 Prozent ihr Plazet.

Deutsche laut Aral-Studie in Kauflaune

Dabei zeigen sich die Deutschen laut der Aral-Studie in Kauflaune. Gleich 41 Prozent gaben an, sich in den nächsten 18 Monaten ein Auto zuzulegen, ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber 2015 und zugleich ein neuer Rekordwert. Dass sich dabei jeder Vierte einen Neuwagen leisten möchte, ist ebenfalls ein Bestwert im Vergleich aller acht Studien seit 2003.

Mit 53 Prozent möchte dabei mehr als jeder Zweite sein neues Fahrzeug in bar bezahlen, ein knappes Drittel wählt die Finanzierung, nur jeder Zehnte einen Leasingvertrag. Dabei rechnen die potenziellen Käufer mit einem Rabatt von durchschnittlich 14 Prozent.

Der Dieselskandal hat VW dabei erstmals seit Erscheinen der Studie den Spitzenplatz gekostet. 17 Prozent aller Teilnehmer wollen sich einen Audi zulegen und damit mehr als doppelt so viel wie bei der Aral-Studie 2015. Um sechs Prozentpunkte auf 14 Prozent schob sich BMW auf den zweiten Rang und liegt damit sogar einen Prozentpunkt vor den Wolfsburgern.

Karosserieform Kleinwagen stürzt ab

Als beliebteste Karosserieform bleibt die Limousine mit 34 Prozent unangefochten Spitzenreiter. 15 Prozent wollen ein SUV, drei Mal so viel wie vor zwei Jahren. Dagegen stürzte der Kleinwagen von 25 auf sechs Prozent ab.

Das Wunschauto 2017 ist laut der Studie somit eine schwarze Limousine von Audi, die von einem Benzinmotor angetrieben wird. Klimaanlage, ABS und elektrische Fensterheber gehören zum Bestellumfang und der Preis liegt bei 29.650 Euro. Das Trendauto ist ein Geländewagen mit Hybridantrieb von BMW.

Über den Autor

Thomas Flehmer

Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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