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Mobilität

2-Grad-Ziel nur mit Dekarbonisierung des Verkehrs erreichbar

Ein LKW von Daimler. Foto: Daimler
Für eine Dekarbonisierung des Verkehrs braucht es eine Verlagerung des Transports von der Straße auf die Schiene. Foto: Daimler

Die hohen CO2-Emissionen im Verkehrssektor gefährden das 2-Grad-Ziel gegen die Erderwärmung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

Wie aus der von der Agora Verkehrswende und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführten Untersuchung hervorgeht, rückt das Zwei-Grad-Ziel ohne eine klimaverträgliche Verkehrspolitik in den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) in weite Ferne.

2-Grad-Ziel braucht Stärkung des öffentlichen Transports

Die bei der Weltklimakonferenz in Paris vor zwei Jahren beschlossenen Klimaschutzziele würden durch die nach wie vor wachsenden CO2-Emissionen im Verkehr in den G20-Ländern gefährdet. Vorgestellt wurden die Studien-Ergebnissen am Rande der derzeit in Bonn stattfindenden Weltklimakonferenz. Damit das 2-Grad-Ziel dennoch erreicht wird und es zu sinkenden CO2-Emissionen kommt, brauche es einer Stärkung des öffentlichen Transports und der Einführung von Straßenbenutzungsgebühren. Zudem müsse es zu einer Verlagerung des Gütertransports auf Bahn und Schiffe kommen und Elektroautos ebenso wie die Ladeinfrastruktur gefördert werden. Zugleich seien auch Anreize für die gemeinsame Nutzung von Fahrzeuge, die sogenannte Shared-Mobilty, nötig.

Agora: Dekarbonisierung des Verkehrs nötig

„Die Dekarbonisierung des Verkehrs muss ein weltweites Projekt werden, sonst sind die Vereinbarungen des Pariser Klimaschutzabkommens nicht zu halten“, sagte Agora-Chef Christian Hochfeld. „Die Erderwärmung wird dann Folgen haben, die für Millionen Menschen nicht mehr beherrschbar sind.“ Wie aus der Studie hervorgeht, emittiert der Transportsektor jährlich weltweit mehr als sieben Milliarden Tonnen C02. Das entspricht einem Anteil von 23 Prozent am energiebedingten Treibhausgasausstoß.

Die G20-Länder allein sorgen für 69 Prozent der durch den Transport entstehenden Emissionen: Pro Kopf machen die Transportaktivitäten einen jährlichen C02-Ausstoß von 1,1 Tonnen aus. Das sind 20 Prozent mehr als in den nicht der G20 angehörenden Länder.

Fehlendes Bewusstsein für Klimarelevanz des Verkehrs

Dass das Bewusstsein für die Klimarelevanz des Verkehrssektors steige, könne nicht gesagt werden. Denn in den meisten G20-Ländern würde ein Kraftstoff wie der Diesel nach wie vor subventioniert. Agora-Chef Hochfeld hatte unlängst im Interview mit der Autogazette ein Ende der Dieselsubventionierung gefordert.

„Verkehr ist international mittlerweile ein wichtiger Sektor. Mehr als 105 Länder haben in den vor der Pariser Klimakonferenz übermittelten Klimazielen Maßnahmen im Verkehr definiert. Leider ist das noch nicht ausreichend“, so Hochfeld. „Die G20 Länder sollten jetzt vorangehen, weitergehende Maßnahme zu entwickeln und andere Länder dabei mitnehmen.“

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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