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Formel E: Vandoorne fährt in Rom ein fast perfektes Rennen

Stoffel Vandoorne fährt am Sonntag in Rom zum Sieg. Foto: Daimler

Für Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne war das Wochenende eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Doch der Sieg am Sonntag vor Alexander Sims (Mahindra) machte den Unfall vom Samstag fast vergessen.

Glück hatte Porsche-Pilot Pascal Wehrlein. Nachdem er zunächst als Vierter die Ziellinie hinter Norman Nato (Venturi) beendet hatte, rückte er wegen ein nachträglichen Strafe für Nato noch auf einen Podestplatz. BMW-Maximilian Günther konnte sich Platz fünf sichern. DS-Pilot Jean-Eric Vergne, der noch am Samstag erfolgreich war, wurde am Sonntag Elfter. Sein Teamkollege und Titelverteidiger Antonio Felix da Costa wurde Siebter.

Im Pech war das Team Audi Sport Abt Schaeffler. Weder Lucas di Grassi noch Rene Rast konnten das Rennen beenden. Rast fuhr kurz vor dem Ende des Rennen nach einem Fahrfehler in die Mauer, blieb aber unverletzt.

Vielzahl von Unfällen

„Beide Autos durch Unfälle zu verlieren ist extrem bitter“, sagte Audi-Teamchef Allan McNish. „Die Situation, die zum Ausfall von Lucas geführt hat, war enttäuschend. Im Video sieht man, dass Sébastien Lucas am Heck erwischt und sich Lucas daraufhin in die Mauer dreht. René hat einen kleinen Fehler gemacht, der zu seinem Ausfall geführt hat. Am wichtigsten ist, dass beide unverletzt geblieben sind, denn beide hatten harte Einschläge. Es ist ärgerlich, dass wir hier erneut unter unseren Möglichkeiten geblieben sind. Wie schon in Diriyah hatten wir eines der schnellsten Autos im Feld.“

Das Rennen in Rom war von einer Vielzahl von Unfällen geprägt. Zu den Leidtragenden gehörte auch Nyck de Vries, der in einen Crash verwickelt wurde und das Rennen auf Position 20 beendete.

Vandoorne: Was für ein Sieg

„Was für ein Sieg. Das war in gewisser Weise die Wiedergutmachung für gestern und es fühlt sich gut an, heute das Rennen gewonnen zu haben. Gestern war eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle. Zunächst die Pole Position und der Speed, den wir gezeigt haben, dann der Zwischenfall auf der ersten Runde, die folgende Aufholjagd durch das Feld und am Ende der Unfall, als ich Lucas ausweichen musste. Das war ziemlich frustrierend und ich hatte das Gefühl, dass wir schon gestern gute Resultate verdient gehabt hätten“, sagte Stoffel Vandoorne. „Das Wochenende mit so einem Höhepunkt wie heute abzuschließen, ist aber ein fantastisches Gefühl.“

So freuen sich Sieger: Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne nach seinem Sieg in Rom am Sonntag. Foto: Daimler

Teamchef Ian James bezeichnete die Leistung von Vandoorne als „nahezu perfekt“. Wie James sagte, hätte sich sein Fahrer in der Anfangsphase aus Schwierigkeiten herausgehalten, um sich „danach seinen Weg bis an die Spitze“ zu ebnen. „Jetzt freuen wir uns alle darauf, in zwei Wochen in Valencia erneut auf die Rennstrecke zu gehen, um der Welt zu zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind.“

Wehrlein zufrieden

Zufrieden zeigte sich nach dem Rennen auch Wehrlein: „Das war ein guter Tag für Porsche und für mich. Im vierten Saisonrennen aufs Podium zu fahren, ist ein tolles Ergebnis. Ich danke dem Team für die harte Arbeit und die großartige Unterstützung. Trotzdem – wenn man in Führung liegt, will man natürlich gewinnen. Das war heute leider nicht möglich, weil uns im Rennen – wie schon in Diriyah – noch etwas Speed fehlte. Doch wir sind auf einem guten Weg. Ich hoffe, dass wir bis Valencia einen weiteren Schritt nach vorne machen können.“ Enttäuscht zeigte sich Teamkollege Andre Lotterer. „Für mich war das, wie schon in Diriyah, ein hartes Wochenende ohne Punkte. Trotzdem denke ich, dass wir auch diesmal wieder unser Potential gezeigt haben. Das Podium für Pascal ist eine Motivation für das ganze Team. Es sind Kleinigkeiten, an denen wir noch arbeiten müssen, um in Valencia um den ersten Sieg fahren zu können.

Ein positives Fazit zog Maximilian Günther. „Das war ein positives Rennen. Wir haben es gut gemanagt, und ich habe mich im Auto wohlgefühlt. Wir haben die ganze Zeit über um die Top-5 gekämpft. Ich denke, der entscheidende Moment war die Aktivierung des zweiten Attack Modes. Leider habe ich eine Aktivierungsschleife verpasst und musste die Prozedur eine Runde später wiederholen. Das hat mich die Chance auf einen Podestplatz gekostet. Danach war Platz fünf das Maximum, glaube ich. In der Formel E kann man nicht jedes Rennen gewinnen, aber es ist wichtig, Punkte zu sammeln. Das ist uns heute gelungen. Alles in allem ein gutes Wochenende für uns in Rom. Wir bewegen uns in die richtige Richtung.“

Vor den nächsten beiden Formel E-Rennen am 24./25. April in Valencia führen die beiden Jaguar-Piloten Sam Bird (43 Punkte) und Mitch Evans (39) das Feld an. Auf Platz drei liegt Robin Frijns (Virgin Racing/34) vor Stoffel Vandoorne (33) und Nyck de Vries (32) und Pascal Wehrlein (32). Die Teamwertung führt Jaguar (82) vor Mercedes (65) und DS Techeetah (46) an.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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