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Mobilität

Schaeffler: Verbrennungsmotor spielt weiter Schlüsselrolle

Peter Gutzmer. Foto: Schaeffler
Schaeffler-Entwicklungsvorstand Peter Gutzmer. Foto: Schaeffler

Schaeffler-Entwicklungschef Peter Gutzmer hat sich gegen eine weitere Verschärfung der CO2-Gesetzgebung der EU ausgesprochen. Sie sei bereits heute sehr ambitioniert.

Wie Gutzmer im Interview mit der Autogazette sagte, begrüße und akzeptiere er zwar die von der EU bis zum Jahr 2030 festgelegten Werte als ehrgeizige Orientierung zur Bildung von Lösungszenarien. Doch «das, was die Kommission mit 15 und 30 Prozent Reduktion in der Flotte in der Abfolge von fünf Jahren festgelegt hat, ist über der ökologisch und ökonomisch machbaren Grenze», sagte Gutzmer.

Laut der EU soll der bis 2021 zu erreichende CO2-Grenzwert von 95 g/km bis 2025 um weitere 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent gesenkt werden.

Gefahr von Arbeitsplatzverlusten

«Wenn wir diese Ziele sogar einseitig weiter verschärfen, besteht die Gefahr zu einem unsinnigen Verbot von Verbrennungsmotoren in Europa mit deutlichen Konsequenzen auf Arbeitsplätze und globale Wettbewerbsfähigkeit», sagte Gutzmer. Für den Manager spielt der Verbrennungsmotor für die individuelle Mobilität weiter eine Schlüsselrolle. Er sei für die Erreichung der Flottenziele von großer Bedeutung.

Gutzmer bezeichnete den Weg in die Elektromobilität als ein Muss. Doch es reiche nicht aus, nur Elektroautos zu bauen. «Was ist mit der Infrastruktur? Was ist mit den Kosten? Was ist mit dem gesamten Ökosystem? Das sind Dinge, die bedacht werden müssen, wenn man eine Ausrichtung zur Elektromobilität fordert.» Wie der Manager hinzufügte, müsse bei allen Überlegungen der Endverbraucher im Mittelpunkt stehen. „Solange dieser zweifelt und glaubt, dass ein Elektrofahrzeug für ihn mehr Einschränkung als gewohnten Nutzen bedeutet, bei gleichzeitig höheren Anschaffungskosten, wird es schwierig, diese Flottenziele zu erreichen.

Elektroautos allein reichen nicht

Nach Auffassung von Gutzmer werde es allein durch Elektroautos „auf Dauer keine CO2-neutrale oder CO2-reduzierte individuelle Mobilität geben“. Zwar hätte man heute bei der „kleinen Zahl von Elektroautos kein Problem, sie mit regenerativem Strom zu betanken. Wenn das Volumen aber steigt, wird dafür der regenerative Strom ohne Anpassungen und Optimierungen im gesamten Energienetz nicht mehr reichen“.

Wie Gutzmer ergänzte, brauche Deutschland „erweiterte Lösungen, beispielsweise durch die Schaffung von stationären Zwischenspeichern oder Pufferlösungen über Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe. Deshalb brauchen wir Technologieneutralität und Technologiewettbewerb“.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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