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Mobilität

Chery vor Marktstart: Podcast mit Deutschlandchef Reimers

Patrick Reimers ist Deutschlandchef von Chery. Foto: Chery/Harald Dawo

Der nächste chinesische Autobauer kommt mit Chery nach Deutschland. Im Podcast der Autogazette spricht Deutschlandchef Patrick Reimers über die Pläne der Marke.

Mit Chery kommt im kommenden Jahr der nächste chinesischer Hersteller nach Deutschland. Nachdem der Konzern in diesem Jahr bereits seine Tochtermarken Omoda und Jaecoo hierzulande eingeführt hat, folgt 2027 die Kernmarke.

Sie wird zum Start im kommenden Jahr zunächst mit vier SUV-Modellen der Tiggo-Familie vertreten sein: dem Tiggo 4, Tiggo 6, Tiggo 7 und dem Topmodell Tiggo 9. Allessamt sind es Vollhybride oder Plug-in-Hybride. Das Flaggschiff wird dabei mit einer elektrischen Reichweite von 144 Kilometer aufwarten und lässt sich mit bis zu 70 kW an einer Schnellladesäule laden.

Chery ist drittgrößter chinesischer Hersteller

Dass man zum Start zunächst auf SUV-Modelle setze, hänge auch mit der großen Nachfrage nach dieser Fahrzeugkategorie zusammen, so Reimers. Er verweist dabei auf den hohen SUV-Anteil von einem Drittel an den Neuzulassungen im ersten Quartal.

Mit seinen Modellen will der drittgrößte chinesische Hersteller insbesondere Familien ansprechen, die nach einen Fahrzeug mit innovativer Technologie, Sicherheit und viel Platz sucht. Ein Elektromodell hat Chery zum Marktstart indes nicht im Angebot: das Tiggo 3 genannte EV wird seine Premiere im Oktober auf dem Pariser Autosalon feiern. Im kommenden Jahr sei man mit der Einführung von zunächst vier Modellen gut ausgelastet, sagte Deutschlandchef Patrick Reimers im Podcast „Klartext“ der Autogazette im Gespräch mit Frank Mertens. Wie der Manager hinzufügte, würde das Elektromodell im Jahr 2028 eingeführt, vielleicht schon Ende 2027.

Händler nicht überfordern
Der Chery Tiggo 7 hat 224 PS und einen Hybridantrieb. Foto: Chery

Aus Sicht von Reimers mache es keinen Sinn, noch mehr als die geplanten vier SUV-Modelle innerhalb eines derart kurzen Zeitraums einzuführen: Zum einen aus Sicht der Produkt- und Markenpositionierung, aber auch aus kaufmännischer Sicht mit Blick auf die Händler, die jeden Launch auch vorbereiten müssen, sagt der Deutschlandchef. Für ihn geht es jetzt vor allem darum, die Strukturen für einen erfolgreichen Marktstart zu legen. Dazu gehört vor allem die Schaffung eines Händlernetzes. Zum Start im ersten Quartal kommenden Jahres will man bereits 30 Händler als Partner gewonnen habe, bis Ende 2027 sollen es dann bereits 100 sein.

Zu Absatzerwartungen im kommenden Jahr will Reimers noch nichts sagen. Vielmehr steht der Markenaufbau für ihn im Vordergrund. Insbesondere will man bei den Kundinnen und Kunden Vertrauen in die Kernmarke Chery schaffen, die dem Gros der Deutschen eher unbekannt sein dürfte. „Ich glaube, alles dreht sich am Ende des Tages um das Thema Vertrauen.“ Es gäbe nur wenige Länder, wo Versicherungen so beliebt sind wie in Deutschland, sagt Reimers. Deshalb stehe das Schaffen von Vertrauen in die Marke bei ihm ganz vorn auf der Prioritätenliste. Neben einem guten Händlernetz müsste man deshalb unter anderem auch attraktive Preise und auch gute Garantiebedingungen bieten. In Polen und Österreich, wo die Kernmarke Chery bereits auf dem Markt ist, bietet man beispielsweise eine Sieben-Jahresgarantie. Auch wenn das Garantiethema noch nicht finalisiert ist, seien sieben Jahre auch in Deutschland ein Referenzgröße.

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.