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Fahrberichte

BMW i3s: Elektrisch auf Speed

Der BMW i3s auf Tour. Foto: BMW
BMW verleiht dem i3s sportliche Momente. Foto: BMW

Es war eine Frage der Zeit. Nachdem die diversen Autohersteller Elektroautos in Serie auf den Markt bringen, dürfen auch die sportlichen Varianten nicht fehlen. BMW legt mit dem i3s vor.

Was dem gemeinen BMW-Piloten sein M ist, kann nun auch der i-Fahrer genießen. Die elektrische Sparte der Münchner hat mit dem i3s den ersten sportlichen Vertreter im Reich der elektrischen Serienfahrzeuge installiert.

Eine 33kWh starke Batterie feuert den Elektrosportler an, der damit bis zu 280 Kilometer nach NEFZ-Zyklus, 245 nach dem WLTP-Zyklus weit fahren könnte – theoretisch. Doch die Theorie wird es schwer haben, mit der Praxis mitzuhalten. Ist der Antritt der Elektroautos per se schon immer sehr sportlich, hält der i3s beim Sprint noch länger durch.

BMW i3s in 6,9 Sekunden auf Tempo 100

Auf den ersten 50 Metern lässt der trotz Batterie lediglich knapp 1,4 Tonnen schwere Bipper die Konkurrenz stehen. Aber auch die 6,9 Sekunden für die Strecke von Null auf 100 km/h kann sich sehen lassen. Bis 160 km/h hält der Vortrieb an, doch ist dieser Wert nur dann von Bedeutung, wenn eine kurze Strecke schnell zurückgelegt werden soll, da ein höheres Tempo auch schneller die Energie minimiert.

Und die Gefahr ist hoch, auch wenn der Antritt zu den schönsten Erlebnissen im E-Auto zählt. Die 250 Newtonmeter stehen von Beginn an zur Verfügung und lassen die Mundwinkel des Fahrers nach oben gleiten während der Kopf an die Kopfstütze gedrückt wird.

Viel Grip mit neuer Traktionskontrolle

Doch nicht nur die Leistung an sich zählt, sondern das Zusammenspiel mit dem Fahrwerk, das durch den so genannten Fahrerlebnis-Schalter noch mehr Möglichkeiten erhält. Mit ihm kann der 4,01 Meter lange i3s zwischen Eco und Sport eingestellt werden. Wobei der Elektro-BMW auch schon in der Comfort-Variante recht straff über den Asphalt rollt.

Eine besondere Premiere feiert die Traktionskontrolle. Diese wanderte in die Motorsteuerung und arbeitet nun einhundert Mal schneller als die Vorgängervariante, was sich auf feuchtem Untergrund sehr deutlich bemerkbar macht. Ohne sich beirren zu lassen schnellt der i3s wie vom Bogen geschossen über die nasse Fahrbahn. Nach der in der nächsten Woche anstehenden Premiere wird die neu entwickelte Traktionskontrolle auch in den anderen Serienmodellen der Münchner verbaut werden.

BMW i3s mit wendigem Einlenkverhalten
Das Cockpit des i3s. Foto: BMW
Das Cockpit des i3s ist sehr wertig eingerichtet. Foto: BMW

Doch auch bei schnell gefahrenen Slalomkursen präsentiert sich der Elektroflitzer sehr dynamisch. Der Heckantrieb erlaubt zudem ein besseres Einlenkverhalten, sodass auch der Wendekreis lediglich 9,86 Meter beträgt. Und damit kommen wir zum hauptsächlichen Einsatzgebiet des i3s. Auch wenn bis zu 280 theoretisch möglich sind, wird der BMW zumeist in den urbanen Gebieten und deren Peripherien eingesetzt. Seine Dynamik ist dabei ebenso kein Nachteil wie der optische Auftritt.

Zweifarbig lackiert erscheint die sportliche Variante etwas flacher als die normale Serienversion, doch täuscht der Eindruck. Dafür ist die Spur breiter ausgefallen und auch die Radhäuser, was dem i3s einen kompakteren Eindruck verschafft. Im Innenraum dominiert ein Tablet-ähnlicher Touchscreen das Armaturenbrett. Die meisten Funktionen sind dabei ebenso intuitiv bedienbar wie am Lenkrad oder an der Mittelkonsole. Der am Lenkrad befindliche Schalthebel beherbergt auch den Startknopf.

Erhöhte Verantwortung für Fahrer des BMW i3s
Das Heck des BMW i3s. Foto: BMW
Daheim dauert die Ladezeit bis zu 7:30 Stunden. Foto: BMW

Leise geht es voran, was vor allem im Stadtverkehr mehr Aufmerksamkeit vom Fahrer erfordert, da dieser mehr Sorgfaltspflicht gegenüber Fußgängern und Fahrradfahrern hat, für die elektrische Fahrzeuge immer noch Nischenfunktionen ausüben. Sie rechnen nicht damit, dass sich ein Auto so leise und quasi unbemerkt fortbewegt und sind dann auch nicht ganz so aufmerksam.

Und auch das Mehr als Verantwortung fällt schwer. Denn auch der Fahrer selbst ändert seine Fahrweise und will mit dem i3s auch sparsam durch den städtischen Verkehr fahren. Die Bremsen werden dabei kaum Gebrauch, da der BMW nach Verlassen des rechten Fußes vom Pedal so stark rekuperiert, dass das Auto nach wenigen Metern selbstständig zum Stehen kommt. Zugleich wird die Batterie wieder aufgeladen, sodass im reinen Stadtverkehr recht wenig Energie benötigt wird.

Trotzdem ist die Reichweite irgendwann aufgebraucht und der i3s muss an den Stecker. 39 Minuten vergehen an einer Schnellladesäule, siebeneinhalb Stunden vergehen daheim. BMW gibt den Verbrauch mit 14 kWh an. Doch bevor der Strom durch die Adern fließt, müssen 41.000 Euro investiert werden für die Basisvariante. Sind alle Gadgets an Bord – also auch Fahrsicherheitssysteme oder Ledersitze, werden 56.000 Euro fällig. Auch das überrascht nicht, denn die M-Varianten der Verbrennermotoren haben ein ähnliches Preisgefüge.

Über den Autor

Thomas Flehmer

Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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