Der Ampera-e von Opel an der Ladesäule. Foto: Daimler
Der Opel Ampera-e an einer Schnellladestation. Foto: Opel
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Opel Ampera-e fordert Geduld beim Laden

Der Opel Ampera-e setzt Maßstäbe bei den Elektroautos – lässt man einmal Tesla außen vor. Denn mit seiner Reichweite von 520 Kilometer nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) bietet er elektrisches Fahren ohne Reichweitenangst.

Dafür sorgt im Amera eine besonders große Batterie. Mit ihr steht und fällt bei E-Autos alles. „Wir können nicht die Batterie nehmen und einfach in einen Astra einbauen“, sagt Rainer Bachen, „aber wir könnten ein anderes Fahrzeug um die Batterie herumbauen.“ Der Ingenieur leitet die Entwicklung des Opel Ampera-e. Die Batterie als Herzstück, die unterflurig verbaut ist und so für einen niedrigen Schwerpunkt und eine bessere Souveränität auf dem Asphalt sorgt, ist mit 60 Kilowattstunden sehr viel größer ausgefallen als die Akkus der Mitbewerber – von Tesla mal ganz abgesehen. Laut dem bald geltenden WLTP soll immer noch eine ausreichende Reichweite von 380 Kilometer zur Verfügung stehen.

Wechselstromlader mit 7,5 Kilowattstunden

Damit wird den potenziellen Ampera-e-Fahrern die Angst genommen, irgendwann mit dem Elektroauto stehen zu bleiben, was in den letzten Jahren als einer der ursächlichen Gründe galt, von einem Elektroauto Abstand zu nehmen. Nun macht sich aber ein neues Problem breit. Durch die enge Verwandtschaft mit dem in den USA gefertigten Chevrolet Bolt hat auch der Ampera-e den in den USA gebräuchlichen einphasigen Wechselstromlader mit maximal 7,5 Kilowattstunden Ladekraft.

Für Bachen stellt die lange Ladedauer kein Problem dar. „Wir haben eine Riesenbatterie, die man nicht so schnell leerfahren kann.“ So glaubt er daran, dass wie bei den Smartphones auch der Ampera-e immer stückweise aufgeladen wird. Das kann natürlich auch an einem CCS-Schnellladegerät mit Gleichstrom passieren. Dieses System wird künftig als Standard in Europa an den Ladesäulen verwendet werden. Dann können 150 Kilometer Reichweite innerhalb einer halben Stunde aufgeladen werden.

Bachen glaubt, dass sich jeder sein individuelles Ladeverhalten zulegen wird, was sich im Laufe der Zeit einspielen wird und verweist dabei auf die Elektrofahrer in Norwegen. In dem skandinavischen Vorzeigelande der Elektromobilität fährt bereits jedes dritte Auto rein elektrisch oder mit einem Plugin-Hybrid-Antrieb. „Das, was wir in Norwegen sehen, wird in fünf bis sieben Jahren auch bei uns alltäglich sein und irgendwann zur Normalität avancieren.“

Wallboxen für Opel Ampera-e im Angebot

Die gebräuchlichen Wallboxen wird auch Opel für den Ampera-e anbieten, damit der Ladevorgang daheim etwas schneller vonstatten geht. Denn die „normale Schutzkontaktdose wird für den Kunden keine Lösung sein“, ist sich Bachen sicher, „das dauert zu lange.“ Opel will keine Zeiten nennen, verweist auch auf klimatische Bedingungen beim Laden. Zu 30 Stunden Ladezeit gibt es kein Dementi, dabei verläuft die Ladung der Batterie nicht kontinuierlich. „Es ist wie mit dem Bier zapfen“, so Bachen, „die ersten 80 Prozent gehen ganz schnell, dann kommt der Schaum.“ Und bei so einer großen Reichweite werden die meisten Fahrer eines Ampera-e wohl auf den Schaum verzichten können.

Über den Autor

Thomas Flehmer

Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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