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E.ON: Netz an Ladestationen reicht für dreimal so viele E-Autos

Stromtankstelle von E.ON. Foto: E.ON
Ein BMW i3 an einer Ladestation von E.ON. Foto: E.ON

Wegen der schlechten Ladeinfrastruktur schrecken viele Autofahrer vor dem Kauf eines Elektroautos zurück. Doch die Zahl der Ladestationen ist gemessen an den vorhandenen Fahrzeuge ausreichend – sagt E.ON.

Wie eine Auswertung des Energieversorgers ergab, waren Anfang 2018 knapp 54.000 E-Autos auf den deutschen Straßen unterwegs. Für sie stehen indes bundesweit über 12.000 öffentliche Ladestationen zur Verfügung, teilte E.ON am Freitag in einer Presseerklärung mit. Damit kommen auf jede Ladestation grade einmal 4,5 Elektroautos. Das sind weit weniger, als eigentlich möglich wären.

So verweist E.ON die Nationale Plattform Elektromobilität, die der Bundesregierung empfiehlt, für ihr Ziel von einer Millionen E-Autos bis zum Jahr 2022 etwa 80.000 Ladestationen im Betrieb zu haben. Das entspräche einer Quote von 12,5 Elektroautos pro Ladestation. „Rein rechnerisch betrachtet könnten die bereits installierten Ladestationen also knapp dreimal so viele E-Autos versorgen, wie in Deutschland bereits angemeldet sind“, sagte die Chefin von E.ON Energie Deutschland, Victoria Ossadnik.

Bayern nur bei absoluten Zahlen vorn

Mit Blick auf die einzelnen Bundesländer sind in Bayern mit rund 13.000 zwar die meisten Elektroautos zugelassen, doch denen stehen grade einmal 2300 Ladestationen zur Verfügung. Das entspricht 5,6 Elektrofahrzeugen pro Ladestation. Nach Baden-Württemberg (5,8) hat der Freistaat das „schlechteste“ Verhältnis von E-Autos und Ladestationen. In bayrischen Metropolen wie München und Nürnberg müssen sich 11,4 bzw. 10,2 Elektroautos eine Station teilen. In Berlin sind es nur 3,7 E-Autos je Ladestation, in Hamburg grade einmal drei.

In Mecklenburg-Vorpommern sind es nicht einmal zwei Elektroautos pro öffentlicher Ladestation. Dafür ist das Bundesland allerdings Vorletzter was E-Auto Zulassungen angeht. In Thüringen ist es mit einer Quote von 2,2 ähnlich komfortabel für Besitzer von Elektroautos.

Die meisten Elektroautos sind in Wolfsburg unterwegs

Bundesweit sind grade einmal 0,12 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge elektrisch unterwegs. In Wolfsburg, der Heimat des E-Golfs, sind es immerhin 0,46 Prozent damit ist die Stadt absoluter Spitzenreiter im deutschen Vergleich. Der überraschende Zweitplatzierte ist im Herzen Deutschlands beheimatet: Im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld fahren 0,41 Prozent aller zugelassenen PKW rein elektrisch. Dicht gefolgt von Stuttgart mit 0.40 Prozent. Im Süden sind anteilig somit mehr Elektroautos unterwegs als im Norden Deutschlands. (CM)

Über den Autor

Frank Mertens

Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben Autogazette.de und Autozukunft.de verantwortet er auch das Magazin electrified.

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