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Dekra ermittelt Batteriezustand vor Gebrauchtwagenkauf

Die Dekra startet ein Pilotprojekt zur Überprüfung gebrauchter Batterien. Foto: Dekra
Die Dekra überprüft den Zustand gebrauchter Batterien. Foto: Dekra

Noch ist der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos sehr übersichtlich. Die Dekra entwickelt aber bereits Methoden zur Erstellung bestimmter Restwerte.

Denn wie bei jedem Auto können auch bei einem Elektroauto die Zustände von Fahrwerk, Bremsen und Reifen schnell ermittelt werden. Bei der Batterie ist das nicht so einfach, die
Leistungsfähigkeit sowie den Verschleiß festzustellen, wie die Prüforganisation mitteilte. Allerdings will die Dekra nun Abhilfe schaffen mit einem mit dem Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) gemeinsam entwickelten Schnellverfahren, das 2018 in die Pilotphase starten wird und beide Partner derzeit auf der Messe EVS30 – Electric Vehicle Symposium in der Schwabenmetropole vorstellen.

Dekra prüft im Schnellverfahren

„Mit unserem Diagnoseverfahren können wir während einer kurzen Probefahrt, wenn die Batterie unter Last steht, ihren Zustand ermitteln“, sagt Andreas Richter aus dem Dekra Competence Center Elektromobilität. Dazu werden dann Strom und Spannung gemessen und mit den Referenzwerten eines neuen Fahrzeugs vom selben Typ ausgewertet. „Die entscheidende Kenngröße ist dabei der Innenwiderstand der Batterie. Von ihm hängt sowohl die Reichweite ab, als auch die Energie, die benötigt wird, die leere Batterie wieder aufzuladen“, so Richter weiter. „Dazu bekommen wir mit dem neuen Verfahren eine Abschätzung des Batteriezustands.“

Und die Abschätzung ist halt nur eine Abschätzung und nicht so genau wie eine ausführliche Analyse. Eine aufwändigere Analyse, die in einem ausführlichen Test die Batterie ganz entlädt und danach wieder vollständig auflädt, kostet viel Zeit und verbunden damit auch Geld. Das Schnellverfahren hingegen liefert schon nach wenigen Minuten eine Einordnung.

Dekra schafft Bewertungsgrundlagen

„Gerade bei der Bewertung von gebrauchten Elektrofahrzeugen wird die Bewertung der Batterie eine ganz wesentliche Rolle spielen. Sie macht einen großen Anteil am Gesamtpreis des Fahrzeugs aus“, sagt Michael Tziatzios, Leiter Gebrauchtwagenmanagement bei der Dekra Automobil GmbH. „Für eine Gebrauchtwagenbewertung ist eine mehrstündige ausführliche Analyse allerdings nicht praktikabel. Der Aufwand für ein solches Gutachten muss schließlich noch verhältnismäßig sein. Insofern sind wir sehr gespannt darauf, das neue Verfahren in der Praxis einzusetzen.“

Zunächst startet das Projekt im kommenden Jahr laut Richter an ausgewählten Niederlassungen der Prüforganisation. „Aktuell beschäftigen wir uns damit, das Verfahren für den Praxiseinsatz vorzubereiten.“ Nach der Pilotphase soll das Verfahren dann an allen 75 Dekra-Niederlassungen in Deutschland zum Einsatz kommen, um die Gebrauchtwagenbewertung von Elektrofahrzeugen zu optimieren.

Über den Autor

Thomas Flehmer

Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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