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Mobilität

BUND: Spritschlucker nicht durch Stromfresser ersetzen

Der BUND fordert die Abschaffung des Dienstwagenprivilegs. Foto: BMW
Der BUND will die Wende in der Verkehrspolitik weiter forcieren.

Der  Sachverständigenrat für Umweltfragen hat der Bundesregierung ein Umdenken in der Verkehrspolitik empfohlen. Dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) reichen die Vorschläge nicht.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) als Beratergremium die Bundesregierung zu einem Umdenken in der Verkehrspolitik aufgefordert. Vor allem eine Elektroautoquote soll dabei den Schadstoffausstoß senken. So fordern die sieben Professorinnen und Professoren des Gremiums für das Jahr 2025, dass mindestens ein Viertel aller neu zugelassenen Pkw elektrisch unterwegs sein sollen.

Zudem sollte die Ladeinfrastruktur ausgebaut sowie einen streckenabhängige Maut eingeführt werden. Weiterhin sollte der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden und ein schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien erfolgen.

E-Auto-Quote allein bringt keine Wende

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) reichen die Forderungen des Beratergremiums aber nicht aus. „Eine E-Auto-Quote allein bringt keine Wende für klimafreundlicheren Verkehr. Wichtig ist, dass die im Verkehrsbereich benötigte Gesamtenergiemenge sinkt, vor allem im motorisierten Straßenverkehr“, sagte

Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte beim BUND, „dazu bedarf es ambitionierter und an den Klimazielen ausgerichteter CO2-Grenzwerte für neue Pkw für die Jahre 2025 und 2030, die weit über den kürzlich veröffentlichten EU-Kommissionsvorschlag hinausgehen. Neben der Art des eingesetzten Stroms spielt bei Elektroautos auch die Effizienz eine Rolle. Spritschlucker dürfen nicht durch Stromfresser ersetzt werden.“

BUND: Steuerprivilegien sinnvoller nutzen

Auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur  sieht Hilgenberg Differenzen zum vorgelegten Statement. „Öffentliche Mittel sollten in erster Linie in eine Verbesserung der Infrastruktur öffentlicher Verkehrsmittel fließen, um bessere Alternativen zum Auto anzubieten“, so Hilgenberg weiter.

Der Verkehrsexperte sieht die Politik in der Rolle, den „Aufbau einer Ladeinfrastruktur für private Elektroautos ordnungsrechtlich“ zu begleiten und voranzutreiben. Allerdings solle die Politik dabei nicht die Hauptrolle übernehmen.

Einig mit den Professoren ist sich Hilgenberg aber bei dem Verzicht auf steuerliche Vorteile für den Diesel. Und auch die Subventionen für Dienstwagen, die zumeist viel CO2 in die Luft schleudern, könnten laut dem Experten sinnvoller genutzt werden. „Würden umweltschädliche Subventionen wie das Dienstwagenprivileg und die steuerliche Besserstellung von Diesel endlich abgeschafft, wäre viel Geld frei unter anderem für die notwendigen Investitionen ins Stromnetz.“

Über den Autor

Thomas Flehmer

Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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