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Fahrberichte

Kia hängt den Optima Sportwagon ans Kabel

Auch der Kia Optima erhält einen Plugin-Hybrid-Antrieb. Foto: Kia
Kia erweitert die Plugin-Hybrid-Palette mit dem Optima Plugin-Hybrid. Foto: Kia

Ein Jahr nach der Limousine verbaut Kia einen Plugin-Hybrid-Antrieb auch in der Kombi Variante des Flaggschiffs der Koreaner. Der Optima Sportwagon legt fast eine Punktlandung hin.

Denn gut zwei Wochen nach dem so genannten Dieselgipfel gerät der Selbstzünder immer stärker unter Druck und die Verunsicherung der Verbraucher steigt weiter. Mit dem Kombi bietet sich nun eine interessante Alternative an, die auch im Flottenbereich mehr als eine Überlegung wert sein kann.

Denn mit einem Einstiegspreis von 41.940 Euro für die bereits gut ausgestattete Variante Attract sowie 4000 Euro mehr für die Komplettausstattung der Version Spirit hängt der halbelektrische Koreaner – wie in vergangenen Zeiten – seine Mitbewerber wie den VW Passat GTE Variant beim Preis ab. Im Gegensatz zu den Anfängen der koreanischen Marke in Deutschland müssen Interessenten aber keine Abstriche bei der Qualität machen, der Kia befindet sich auf Augenhöhe.

Überzeugende Verbrauchswerte

Die Kombination aus Verbrennungs-, Elektromotor und Batterie agiert dabei von Anfang an überzeugend. Im gemeinsamen Hybridmodus sorgt dann eine Systemleistung von 205 PS und 375 Newtonmetern für einen spritzigen Vortrieb. Innerhalb von 9,7 Sekunden ist Tempo 100 erreicht und hält bis zu völlig ausreichenden 192 Stundenkilometern. Sehr schön zu beobachten ist, dass bei Autobahnfahrten mit Tempo 130/140 km/h sich der Verbrauch des zwei Liter großen und 156 PS starken Benzinmotors in der Nähe des ermittelten Kombinationswertes von 1,4 Litern hält.

Ebenso überzeugend agiert der 68 PS starke Elektromotor. Bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h kann die Fahrt völlig laut- und – bei Ladung mit regenerativen Energien – auch emissionslos zurückgelegt werden, was den Komfort an Bord spürbar anhebt. Bis zu 62 Kilometer sollen theoretisch rein elektrisch drin sein, im realen Alltag wird die Reichweite je nach Usus stark oder weniger stark sinken. Je nach Fahrweise sollen dabei 12,3 kWh auf 100 Kilometern anfallen.

Rein elektrische Stadtfahrten

Am sinnvollsten ist eh das Zusammenspiel der Komponenten mit der Lithium-Polymer-Batterie, die 31,3 Ah und 11,3 kWh liefert. Denn wird das rechte Pedal zu stark gegen das Bodenblech gedrückt, schaltet sich der Ottomotor vernehmbar dazu, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Aber auch ohne große Kraftanstrengung bei der Beschleunigung avanciert der Optima Sportswagon Plugin-Hybrid nicht zur lahmen Ente, die den Verkehr aufhält.

Ist allerdings die elektrische Kraft erschöpft, muss der Optima Sportswagon PHEV gute 1,9 Tonnen mit sich schleppen, die die zuvor erzielten Werte pulverisieren. Deshalb sollte dem Fahrer vor Fahrtbeginn klar sein, welche Strecke er fährt und wann er welche Antriebskombination wählt, um die günstigsten Verbräuche zu erzielen. Die Stadtfahrten werden rein elektrisch bestritt, über Land regelt der Optima automatisch den optimalen Modus.

Kia Optima Hybrid sicher ausgestattet

Der Innenraum unterscheidet sich bis auf die Anzeigen für den Hybrid-Antrieb nicht von dem normalen Optima. Wer Wert auf ein Lederpaket in Weiß oder Schwarz legt, muss weitere 1990 Euro auf den Tisch legen sowie 990 Euro für ein Panoramaglasdach und 490 Euro für die elektrische Heckklappe. Alles andere, was Kia im Regal hat, befindet sich an Bord. Und das ist nicht wenig.

Dazu gehören die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage samt Frontkollisionswarner sowie Spurhalte- und Spurwechselassistent, mit denen der Optima teilautonom unterwegs sein kann. Der Querverkehrswarner erkennt Fahrzeuge im toten Winkel beim Ausparken, der Einparkassistent war zuvor tätig. Der Fernlichtassistent darf ebenso nicht fehlen wie die Kia Kartennavigation mit den Connected Services sowie Apple Carplay oder Android Auto.

Für die 1000 Euro Aufpreis im Vergleich zur Limousine stehen im Gepäckraum des Kombis zwischen 440 und 1574 Liter Volumen zur Verfügung. Damit kann auch der Dienstwagenfahrer leben – nicht nur in den Zeiten, in denen der Diesel in der Diskussion steht.

Über den Autor

Thomas Flehmer

Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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